Pöttinger Impress Press-Wickelkombination im Praxistest

Pöttinger Impress Press-Wickelkombination im Praxistest Pöttinger hat uns eine seiner ersten variablen Press-Wickelkombinationen für einen Praxistest überlassen. Nach guten Erfahrungen in Silage, Heu und Stroh wollten wir es wissen und haben die Impress 155 VC Pro beim letzten Schnitt einem echten Härtetest unterzogen.

Die Press-Wickelkombination von Pöttinger zeichnet sich durch eine hohe Durchsatzleistung und einen hohen Pressdruck aus.
Die Press-Wickelkombination von Pöttinger zeichnet sich durch eine hohe Durchsatzleistung und einen hohen Pressdruck aus.
Üblicherweise testen wir nur Maschinen, die den Serienstand erreicht haben. Der eindrucksvolle Auftritt der Solo-Impress beim Fahrbericht vor gut einem Jahr (LANDWIRT 16/2016) und die vielen Anfragen von Lesern und Internet-Usern haben uns aber animiert, einen so frühzeitigen Test zu wagen. Pöttinger hat zugestimmt, obwohl von dieser Maschinenkategorie erst im Frühjahr 2018 eine Vorserie vom Band laufen wird. Nach dem tollen Auftritt in Silage, Heu und Stroh im Frühsommer sind wir aufs Ganze gegangen: Wir haben die variable Presse beim letzten Schnitt im Herbst nochmal zu einem echten Härtetest aufs Feld geholt. Die Bedingungen waren extrem: kurzes, nasses Futter auf einer Hangfläche, die den ganzen Tag keine Sonne sieht. Auch im Stroh und Heu haben wir die Impress 155 VC Pro intensiv getestet.

Der Wickeltisch kippt zum Ablegen des Ballens weit nach unten und legt ihn schonend ab.
Der Wickeltisch kippt zum Ablegen des Ballens weit nach unten und legt ihn schonend ab.
Kompakt und leichtzügig
Gut gefallen haben uns das ansprechende Design und die kompakten Abmessungen dieser Press-Wickelkombination. Für den Anbau bietet Pöttinger verschiedene Möglichkeiten: Oben- oder Untenanhängung, Zugöse oder Kugelkopfkupplung und optional sogar eine Knickdeichsel mit integrierter Dämpfung. Die von uns getestete Pro-Maschine wird über das Load-Sensing-System des Traktors mit Öl versorgt. Mit dieser Profi-Ausführung geht Pöttinger auch zuerst in den Verkauf.

Saubere Futteraufnahme
Die Pick-up ist 2,30 m breit, mittig aufgehängt und arbeitet mit fünf beidseitig gesteuerten Zinkenreihen. Zwei gelenkige Tragarme mit großem Pendelweg erlauben eine gute Bodenanpassung. Die Höhenführung bei der Silage- und Heuernte übernehmen die beiden Nachlauf-Tasträder. Sie lassen sich mit einer Lochleiste einfach verstellen. Beim Einsatz im Stroh kann man die Pick-up frei tragen.

Unsere Testmaschine hatte das CCI 100-Terminal mit dem größeren und übersichtlicheren Display an Bord.
Unsere Testmaschine hatte das CCI 100-Terminal mit dem größeren und übersichtlicheren Display an Bord.
Rotor mit neuen Möglichkeiten
Der nach oben drehende Rotor – Pöttinger spricht vom „Liftup-Rotor“ – bietet einige Systemvorteile: Er leitet das Futter durch das darüber liegende Schneidwerk in die Presskammer. Der Materialstrom wird nicht umgelenkt sondern vom Rotor weiter nach oben gehoben. Das reduziert vermutlich auch die Bröckelverluste bei trockenem Erntegut.
Der größte Wurf ist Pöttinger mit dem Schneidwerk gelungen: Es schneidet bis zu 36 mm kurz bis an den Rand. Die Messer lassen sich in Gruppen oder einzeln ein- und ausschwenken. Bei größeren Schnittlängen braucht man keine Blindmesser. Jedes Messer ist einzeln mit einer Knickfeder gegen Fremdkörper gesichert. Der größte Clou: Das komplette Schneidwerk lässt sich seitlich herausziehen. Das ermöglicht einen komfortablen Zugang für Wartungsarbeiten.

Kompakter Wickler
Die Höhe der Folienträger lässt sich an Ballendurchmesser von 1,10 bis 1,50 m anpassen. Die Vorstreckung ist durch Umlegen der Antriebskette auf 50 oder 70 % einstellbar. Links und rechts an der Maschine sind jeweils sechs Folienrollen geschützt untergebracht. Diese Vorratsmagazine lassen sich hydraulisch abklappen. Diese Funktion kann man am Heck der Maschine bedienen, genauso wie alle Wicklerfunktionen. Man muss bei Wartungsarbeiten nicht ständig zwischen Traktor und Gerät hin und her laufen. Für die Bedienung in der Kabine bietet Pöttinger verschiedene Möglichkeiten: Generell ist die Impress in der Pro-Ausführung ISOBUS-fähig. Unsere Testmaschine hatte das CCI 100-Terminal mit dem größeren und übersichtlicheren Display an Bord.

Weitere Details zur Impress 155 VC Pro sowie alle Testergebnisse erfahren Sie in der LANDWIRT Ausgabe 21/2017 (Erscheinungstermin 1. November 2017).

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